LEADER: Fragen & Antworten

Was ist LEADER?
LEADER ist eine Abkürzung aus dem Französischen und bedeutet übersetzt so viel wie „Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft“. Hinter dem Begriff steht ein methodischer Ansatz für die Regionalentwicklung: Er ermöglicht den Menschen in ländlichen Räumen, ihre Region gemeinsam weiterzuentwickeln. Dieser Ansatz wird in den EU-Mitgliedstaaten seit 30 Jahren angewendet. Finanziert wird LEADER durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER), ergänzt durch Mittel von Bund, Ländern und Kommunen.

LEADER verbindet Akteure und Projekte, die die Lebensqualität in ländlichen Räumen verbessern wollen und stärkt Kooperationen vor Ort. Die Ideen und Impulse sollen von lokalen Akteur*innen und Bewohner*innen der Region entwickelt werden.

LEADER wirkt lokal – Die Projekte, die im Rahmen von LEADER entstehen, wirken direkt in die Region: ein öffentlicher Begegnungsplatz, ein neuer Wanderweg, ein Dorfladen uvm.

LEADER entscheidet regional – Das Leitmotto des LEADER-Programms ist der Bottom-up Ansatz. Die Menschen vor Ort sind die Experten und Expertinnen und bringen sich in die Planung und Entwicklung der Projekte mit ein.  Eine besondere Rolle spielt dabei die Lokale Aktionsgruppe, kurz LAG, die über die Verteilung der LEADER-Mittel entscheidet.

LEADER ist vernetzt – LEADER-Regionen gibt es bundes- und europaweit. Eine Zusammenarbeit zwischen den Regionen ist ausdrücklich gewünscht. Der ländliche Raum steht vor gleichen oder ähnlichen Herausforderungen. Auf diese Weise wird Wissen geteilt und Projekte gemeinsam entwickelt, die Mehrwert für größere Personenkreise schaffen.

LEADER-Prozess © sketchnotes by diana

In einem anschaulichen Erklärfilm von der DVS (Deutsche Vernetzungsstelle Ländliche Räume) ist die Idee und Vorgehensweise von LEADER sehr gut dargestellt:

Wieso und auf welchem Weg wird aus dem Nördlichen Harzvorland eine LEADER-Region?
In der neuen EU-Förderperiode 2023- 2027 wird das Instrument der Integrierten Ländlichen Entwicklung (ILE) nicht mehr angeboten. Als LEADER-Region kann das Nördliche Harzvorland die  jahrelange, erfolgreichen Zusammenarbeit der ehemaligen ILE-Region fortführen und auf neuen Wegen zur zukunftsfähigen Entwicklung beitragen.

Hierzu beteiligte sich das Nördliche Harzvorland seit Ende 2021 am Auswahlverfahren des Landwirtschaftsministeriums für den LEADER-Status. Grundlage der LEADER-Bewerbung war die Erarbeitung eines Regionales Entwicklungskonzeptes (REK). Dieses wurde in einem Prozess mit den relevanten Akteuren aus der Region Anfang 2022 erstellt und Ende April beim Amt für regionale Landesentwicklung (ArL) Braunschweig eingereicht. Im Dezember 2022 erfolgte die Anerkennung des Nördlichen Harzvorlandes als LEADER-Region.

Was ist ein Regionales Entwicklungskonzept (REK)?
Das gemeinsame Regionale Entwicklungskonzept (REK) stellt die Grundlage der Zusammenarbeit in der LEADER Region dar und fasst die Ziele, Förderbedingungen und -kriterien zusammen. Es wird ein Leitmotto erarbeitet mit Handlungsfeldern und Leitzielen. Vorhaben, die eine LEADER-Förderung anstreben, müssen zu den im REK formulierten Inhalten der Handlungsfelder passen und den dort festgehaltenen Zielen und Fördervoraussetzungen entsprechen. Erste Startprojekte werden im REK benannt.

Was ist die Lokale Aktionsgruppe (LAG)?
Für welche Projekte die Fördermittel ausgegeben werden, legt stellvertretend für die Bevölkerung das Entscheidungs- und Steuerungsgremium, die Lokale Aktionsgruppe (LAG), fest. Sie setzt sich aus Vertreter*innen unterschiedlicher Bereiche zusammen: etwa aus Kommunen, Vereinen und Interessengruppen, zum Beispiel aus der Wirtschaft oder dem Kultur- und Sozialbereich.  Die LAG wird unter anderem vom Amt für regionale Landesentwicklung beraten, welches, wie auch im ILE-Prozess, als Bewilligungsbehörde für die Fördergelder fungiert.

Was ist der LEADER-Beirat?
Hier kommen die Vertreterinnen und Vertreter der beteiligten Kommunen und dem LAG-Vorsitzenden zusammen und beraten und unterstützen bei der Entscheidungsfindung.

Welche Kommunen gehören zu der LEADER-Region „Nördliches Harzvorland“?
Der Gebietszuschnitt des ehemaligen ILE-Bereichs hat sich etwas verändert. Die Gemeinde Liebenburg und die Stadt Langelsheim mit dem Bereich Lutter am Bbge. sind nicht mehr Bestandteil der Region. Hinzugekommen sind dagegen weitere Teilbereiche der Städte Goslar, Salzgitter und Wolfenbüttel.

Die LEADER Region Nördliche Harzvorland besteht aus:

  • Samtgemeinde Baddeckenstedt
  • Samtgemeinde Elm-Asse
  • Samtgemeinde Oderwald
  • Gemeinde Schladen-Werla,
  • Teilbereichen der Stadt Wolfenbüttel
  •  Stadt Goslar mit dem Stadtteil Goslar-Vienenburg, Ortsteilen Hahndorf und Jerstedt
  • Teilbereiche der Stadt Salzgitter
Abgrenzung der LEADER-Region Nördliches Harzvorland

Welches Förderbudget erhält die LEADER-Region „Nördliches Harzvorland?
In der Förderperiode 2023-2027 steht der LEADER-Region Nördliches Harzvorland ein Förderbudget in Höhe von rund 3,65 Mio. Euro zur Verfügung, welches für die Gestaltung des LEADER-Prozesses sowie der Förderung von Projekten eingesetzt werden kann.

Welche Ziele und Handlungsfelder sind im REK „Nördliches Harzvorland“ festgelegt?
Die Region wird für die Zukunft ihr bestehendes Leitmotto weiterführen, die Themen weiter umsetzen und mit neuen Inhalten, neue Akzente setzen:

„Nördliches Harzvorland – Landschaft mit Perspektive“

mit dem Leitbild einer Region,

  • die mit ihren Dörfern, Orten und Städten ein attraktives, ökologisch und sozial harmonisches Wohn- und Lebensumfeld für alle Generationen bietet und die allen Menschen Zugang zu Angeboten der Daseinsvorsorge und insbesondere zur kulturellen Bildung sowie eine nachhaltige Mobilität ermöglicht,
  • in der nachhaltige regionale Wertschöpfung, Klima- und Ressourcenschutz fester Bestandteil eines zukunftsgerichteten, integrierten Wirtschaftens und der Entwicklung der Kulturlandschaft sind,
  • in der die Landwirtschaft Motor und Stütze ländlicher Entwicklung ist und zur Attraktivität der ländlichen Orte beiträgt,
  • die sich durch Natur- und Kulturerlebnisse auszeichnet, die einen gesteigerten Erholungs- und Freizeitwert durch vernetzte Angebote aufweist und die durch hochwertige touristische Produkte sowie UNESCO-Welterbe-Stätten, bekannt ist,
  • die durch gemeinsame Angebote und Projekte verbunden ist und die für Kooperationen und hohes Engagement von Kommunen, Wirtschafts- und Sozialpartnern sowie von Bürgerinnen und Bürgern steht.

Zu einprägsamen Leitsätzen sind fünf Handlungsfelder als Schwerpunkte definiert, die beispielsweise sowohl die spezifischen Herausforderungen des demografischen Wandels und die Notwendigkeit einer angepassten Daseinsvorsorge aufgreifen als auch die nachhaltige Entwicklung natürlicher Ressourcen und eines regionalen Profils ermöglichen.

  • „Miteinander leben und arbeiten im ländlichen Raum“
    Handlungsfeld Demografische Entwicklung, Daseinsvorsorge und gleichwertige Lebensverhältnisse
  • „Orte mit Zukunft – generationengerecht, barrierefrei und klimafreundlich“
    Handlungsfeld Nachhaltige Orts- und Innenentwicklung
  • „Ressourcen schützen, regionale Wertschöpfung ermöglichen“
    Handlungsfeld Natur, Umwelt, Klimaschutz, Flächen- und Landentwicklung und Landwirtschaft
  • „Willkommen in der Freizeit-, Erlebnis- und Kulturregion“
    Handlungsfeld Tourismus, Kulturerbe, regionale Identität
  • „Regionen gemeinsam denken und vernetzen“
    Handlungsfeld Stadt-Umland-Beziehungen und Mobilität
Leitmotto (©sketchnotes by diana)

Den Handlungsfeldern zugeordnet sind mehrere Entwicklungsziele, die die gewünschte Zielerreichung tiefgreifender definieren.

Handlungsfelder und Ziele (©sketchnotes by diana)

Was sind die Schritte zu einer LEADER Förderung?

Bei einer Projektidee ist das Regionalmanagement die erste Ansprechperson. Projektträger*innen können in Kontakt mit dem Regionalmanagement treten, welches alle Projektträger*innen berät und bei der Erstellung von aussagekräftigen Unterlagen hilft. Bis ein neues LEADER-Regionalmanagement etabliert ist, übernimmt die Sweco GmbH aus Hannover diese Aufgabe. Bei Fragen stehen gern Herr Michael Brinschwitz (michael.brinschwitz@sweco-gmbh.de) und Frau Elena Rautland (elena.rautland@sweco-gmbh.de) als Ansprechpartner*innen zur Verfügung.

Anträge stellen können die LAG Nördliches Harzvorland, von der LAG beauftragte Partner*innen und Stellen, juristische Personen des öffentlichen Rechts, juristische Personen des privaten Rechts, natürliche Personen und Personengesellschaften.

Das Regionalmanagement führt eine Erstbewertung des Antrags nach den Mindest- und Qualitätskriterien durch, diese sind im REK der Region festgehalten.

Der Projektvorschlag wird anschließend in einer LAG-Sitzung vorgestellt. Die LAG entscheidet über die Projektbewertung und die Förderhöhe. Ist das Projekt von der LAG als LEADER-Projekt beschlossen, muss durch Einreichen eines Förderantrages beim Amt für regionale Landesentwicklung (ArL) durch den Projektträger die Förderanfrage zum Abschluss gebracht werden. Vorsicht: Erst mit einem anschließenden Zuwendungsbescheids des ArL darf der/die Projektträger*in mit den Maßnahmen beginnen, ansonsten ist keine LEADER-Förderung möglich.

Schritte zur LEADER-Förderung (©sketchnotes by diana)

Welche Mindestkriterien muss ein LEADER-Projekt erfüllen?

Es gibt mehrere Mindestkriterien, die jedes Projekt erfüllen muss, um eine grundsätzlich eine LEADER-Förderung erhalten zu können. Das Projekt:

  • weist einen Bezug zur Region Nördliches Harzvorland auf
  • leistet einen Beitrag zur Umsetzung der Entwicklungsstrategie
  • weist einen Bezug zum ländlichen Raum auf
  • besitzt eine gesicherte Trägerschaft, die eine Umsetzung gewährleisten kann
  • weist eine Wirtschaftlichkeit auf.
  • besteht ein realistischer Zeitplan
  • wird keine Bevölkerungsgruppe benachteilig
  •  Zeigt aussagekräftige Unterlagen (u.a. Projektskizze) vor
  • ist auf eine dauerhafte Umsetzung angelegt
  • besitzt Umsetzungsreife

Wie hoch ist die LEADER-Förderung für Projekte?
Je nach Antragstellenden und Qualität des Projektes reicht der LEADER-Fördersatz insgesamt von 20 % bis 80 %, bzw. bis 65 % bei Investitionen. Es gibt Höchst- und Mindestförderungsgrenzen, die je nach Antragsstellenden variieren.

An wen kann ich mich wenden, wenn ich eine Projektidee habe?
Bei Projektentwicklung und Antragstellung unterstützt im LEADER-Prozess das Regionalmanagement. Bis ein neues LEADER-Regionalmanagement etabliert ist, übernimmt die Sweco GmbH aus Hannover diese Aufgabe. Bei Fragen stehen gern Herr Michael Brinschwitz (michael.brinschwitz@sweco-gmbh.de) und Frau Elena Rautland (elena.rautland@sweco-gmbh.de) als Ansprechpartner*innen zur Verfügung.

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